Krankenversicherungsbeiträge mindern steuerliche Belastung

Begrenzter oder unbegrenzter Abzug von Beiträgen zur privaten oder gesetzlichen Krankenversicherung?

 

Seit 2010 können bestimmte Krankenversicherungsbeiträge (nahezu) unbegrenzt steuerlich geltend gemacht werden. Begünstigt sind allerdings nur Beiträge zur Basisabsicherung.

Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenkasse Pflichtversicherte dürfen die von ihnen gezahlten Beiträge grundsätzlich komplett abziehen. Das betrifft den Arbeitnehmeranteil von derzeit 7,3 % des Arbeitsentgelts, den kassenabhängigen Zusatzbeitrag sowie die Beiträge zur Pflegeversicherung. Besteht Anspruch auf Krankengeld, dürfen nur 96 % der Krankenversicherungsbeiträge steuerlich abgezogen werden. In der Regel übersteigen die Beiträge zur Basisvorsorge 1.900 Euro pro Jahr. Nur wer weniger zahlt, kann bis zum Höchstbetrag von 1.900 Euro noch Beiträge zu privaten Zusatzversicherungen (Auslandskrankenversicherung, Zahnzusatzversicherung, Einzelbettzimmer oder Chefarztbehandlung) sowie zur Arbeitslosenversicherung, zu Unfall- und zu Haftpflichtversicherungen geltend machen.

Beispiel:

Ein gesetzlich krankenversicherter Arbeitnehmer verdient 2018 insgesamt 40.000 €.

Er zahlt

Krankenversicherungsbeiträge: 40.000 € x 7,3 % (Arbeitnehmeranteil) 2.920 €
Zusatzbeitrag: 40.000 € x 1 % (durchschnittlicher Wert) 400 €
Pflegeversicherungsbeiträge 40.000 € x 1,275 % 510 €
  3.830 €

Er kann 3.713 € (2.920 € x 96 % zzgl. 400 € und 510 €) als Sonderausgaben abziehen. Da es sich um Beiträge zur Basisabsicherung handelt, spielt der Höchstbetrag von 1.900 € keine Rolle.

Beiträge privat krankenversicherter Arbeitnehmer

Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung sind nur insoweit unbegrenzt abziehbar, als sie auf Beiträge zur Basisabsicherung entfallen. Darunter ist die Absicherung zu verstehen, die dem Versorgungsniveau der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht. Zusätzliche Beiträge für Einzelbettzimmer, Chefarztbehandlung oder eine Zahnzusatzversicherung wirken sich auch bei privat Krankenversicherten nur aus, soweit für die Basisabsicherung weniger als 1.900 € gezahlt wird.

Freiwillig gesetzlich oder privat versicherte Unternehmer

Auch Unternehmer können nur Krankenversicherungsbeiträge zur Basisabsicherung komplett abziehen. Die Pflegeversicherung zählt vollständig dazu. Zusätzliche Beiträge für Einzelbettzimmer, Chefarztbehandlung oder eine Zahnzusatzversicherung wirken sich steuerlich nur aus, wenn diese zusammen mit der Basisabsicherung und den Beiträgen zu Unfall-, Erwerbsunfähigkeits- und Haftpflichtversicherungen jährlich nicht mehr als 2.800 Euro betragen.

Nur tatsächlich gezahlte Basisbeiträge abziehbar

Privat Krankenversicherte können zwischen verschiedenen Basistarifen wählen. Je jünger der privat Versicherte, desto günstiger ist der Tarif. Die Beiträge sind in der Regel niedriger, als die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung. Selbst unter Einbeziehung von Wahlleistungen muss meist weniger gezahlt werden. Zudem können privat Versicherte einen Selbstbehalt wählen. Dann zahlen sie einen Teil ihrer Krankheitskosten selbst und senken damit ihre laufenden Krankenversicherungsbeiträge. Sie können aber auch auf die Erstattung von Krankheitskosten verzichten und dafür eine Beitragserstattung erhalten. Für den steuerlichen Sonderausgabenabzug ist allerdings nur eines entscheidend: Abziehbar sind auch Beiträge zum Basistarif nur, soweit sie tatsächlich gezahlt wurden. So sind weder die aufgrund eines Selbstbehaltes getragenen Krankheitskosten noch Krankheitskosten, die für eine Beitragserstattung übernommen wurden, steuerlich abziehbare Krankenversicherungsbeiträge.

Hinweis:

Privat Versicherte können Krankenversicherungsbeiträge auch nicht bis zur Höhe des Basistarifes gesetzlich Versicherter abziehen, wenn sie tatsächlich gar nicht so hohe Basisbeiträge gezahlt haben. Dabei spielt es keine Rolle, ob der private Tarif einschließlich Zusatzleistungen weniger kostet als der Basistarif der gesetzlichen Versicherung.

 

 

(Stand: 30.04.2018)

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